Ich erinnere mich noch an meine erste Erfahrung mit Spielautomaten. Es muss in den späten 80er Jahren gewesen sein. Ich kam spät von der Arbeit aus dem Büro und war hungrig. Lust auf Kochen hatte ich nicht, und so beschloss ich, mir bei "Kathis Eck" im Hamburger Westen einen Croque zu holen. So konnte ich zwar schnell essen, musste aber noch 10 Minuten warten. Kathi war immer sehr gründlich. Wie dem auch sei, in der Zwischenzeit war mir der einarmige Bandit in der Ecke aufgefallen und da ich nichts weiter zu tun hatte, sah ich mir das Gerät einmal an.
Spielautomaten hatten mich bis dato nicht interessiert, ich war eher ein Schachfreund. Doch an der Seite des Banditen klebte die Spielanleitung, die ich mir aufmerksam durchlas. Wenige Minuten später war mein Essen fertig, aber ich konnte nicht umhin, die Regeln weiter zu studieren. Ich hatte zig Typen gesehen, die eine Münze nach der anderen in diesem Groschengrab verzockt hatten, weil sie nur an das Glück glaubten und die Regeln, wenn sie sie denn überhaupt gelesen hatten, offenbar nicht verstanden.
Klar, Spielautomaten sind Glücksspiele, aber auch hier gibt es Fehler, die man vermeiden und so seine Gewinnwahrscheinlichkeit erhöhen kann.
Also spielte ich, der Regel-Streber, ein paar Runden an dem Automaten und siehe da - zwei, drei Hebelzüge und kluge Entscheidungen über das halten bestimmter Symbole später trat das ein, was wir aus den ganzen amerikanischen Komödien kennen: Der Jackpot wurde ausgezahlt und flog über das Münzbecken vor mir auf die Füße. Am Ende war es nur ein Sack voller 10 Pfennig-Stücke, aber den Croque hatte ich wieder raus – und die nächsten fünf auch.
Heute denke ich gerne an diesen Abend zurück, spiele aber vorwiegend online. Als Nichtraucher hat man es in den kleinen Kneipen immer noch schwer, durchatmen zu können. Online kann ich mir das Ambiente selbst aussuchen. Zumal ich auch nicht von irgendwelchen Besoffenen Typen mehr gestört werde. Außerdem gibt es online mehr zu gewinnen, da die großen Jackpots alle mit einander vernetzt sind. Da kann man sich dann schon mehr leisten, als nur ein belegtes Brötchen auf dem Heimweg.
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